2019

31. Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie

Remote Sturzrisikoassessment bei geriatrischen Heimbewohnern – Vorstellung eines neuen sensorbasierten Protokolls

E. W. Unger, M. Rollmann, M. Orth, T. Fritz, T. Pohlemann, B. Grimm, B. Brau

Klinik für Unfall-, Hand-, und Wiederherstellungschirurgie, Universitätskliniken Homburg (Saar), Universität des Saarlandes

Keywords

fall risk, geriatric, remote measurement

Abstract

Sturzereignisse im Alter stellen für den Patienten einen hohen individuellen gesundheitlichen Schaden dar. Durch die hohe Anzahl an Sturzereignissen im Alter erfolgt eine erhebliche Mehrbelastung der Sozialversicherungssysteme wie auch der Gesellschaft. Dabei unterliegen Heimbewohner einer weiter erhöhten Morbidität und Krankenhausaufenthaltsdauer. Der Erkennung von Risikopatienten kommt somit eine hohe Bedeutung zu. Eine Sturzrisikoanalyse kann mit Methoden der Ganganalyse erfolgen. Jedoch sind derzeit gängige ganganalytische Verfahren meist nur in medizinischen Zentren mit entsprechender technischer Ausstattung und Expertise etabliert. Für ein alltägliches Routine-Screening sind diese Verfahren nicht praktikabel. Ziel der Arbeit ist es ein auf kabelloser, ambulant einsetzbarer Sensorik basierendes Messprotokoll bezüglich seines prädiktiven Wertes zur Einschätzung des Sturzrisikos in der gewohnten Lebensumgebung von Heimbewohnern zu untersuchen. Ein besonderer Fokus wird auf Überprüfung der praktischen Anwendbarkeit der von Ferne kabellos steuer- und auswertbaren sog. Remote– Messung gelegt, wobei deren Durchführbarkeit und Praktikabilität bewertet werden sollen. Im Rahmen einer prospektiv beobachtenden Studie wurde bei Heimbewohnern mit einem Alter über 75 Jahren mittels einer einwöchigen, kontinuierlichen Gangmessung im jeweiligen Lebensumfeld (Alltagsbedingungen) mithilfe einer Ganganalysesohle (Moticon GmbH, München) eine individuelle Sturzrisikoanalyse durchgeführt. Zusätzlich erfolgte eine Sturzrisikoeinschätzung anhand von validierten klinischen Tests (Performance Oriented Mobility Assessment - Tinetti, Dynamic Gait Index, Timed Up and Go). Die Sturzereignisse in einem Zeitraum von 6 Monaten vor und 6 Monate nach der Messung wurden den Sturzprotokollen des Heims entnommen. Mittels Korrelation, Mittelwertvergleich und ROC Analyse wurden die Ergebnisse der klinischen Tests mit den Ganganalysedaten verglichen und bezüglich statistisch signifikanter Unterschiede analysiert. Es konnten 28 Heimbewohner mit einem durchschnittlichen Alter von 88,2 Jahren (range 78,5 – 99,0) in die Studie eingeschlossen werden. Die Messung zeigte gute Akzeptanz und Durchführbarkeit. Mindestens 18 Patienten stürzten mindestens einmal innerhalb der Beobachtungszeit (Faller). Mit dem überprüften sensorbasierten Ganganalyseprotokoll zeigten sich zwischen den Patientengruppen Faller und Non-Faller mehrere auf dem Niveau p < 0,05 signifikant unterschiedliche Gangparameter; unter anderem bei der Verschiebung des Druckmittelpunkts während der Standphase in mediolateraler Richtung (3,8 ± 3,1 vs. -0,3 ± 2,5 mm), der Standardabweichung der Verschiebung in mediolateraler (4,7 ± 2,6 vs. 1,7 ± 0,7 mm) und anteroposteriorer 2 Richtung (25,1 ± 12,4 vs. 6,5 ± 2,8 mm), sowie der Doppelstützzeit (0,7 ± 0,3 vs. 0,5 ± 0,1 s) und der Abweichung der Schwungzeit (0,2 ± 0,1 vs. 0,3 ± 0,1 s). Weiter konnten mit Hilfe der statistisch signifikanten Ergebnisse cut-off Werte zur Einteilung in stark und gering Sturzgefährdete entwickelt werden. In den Sturzrisikoassessments mittels klinischer Tests lagen keine Unterschiede zwischen den Gruppen Faller und Non-Faller vor. Das vorgestellte Messprotokoll erlaubt grundsätzlich zur Ermittlung des Sturzrisikos die Unterscheidung zwischen Patienten mit mindestens einem (Faller) und Patienten ohne (non-Faller) Sturzereignis. Es stellt eine einfach durchzuführende, schnelle wie auch günstige Methode zur Erkennung eines erhöhten individuellen Sturzrisikos dar. Durch die Möglichkeit der Freifelduntersuchung im individuellen Lebensumfeld der Probanden ist das auf Ganganalysedaten einer Schuheinlegesohle basierte Messprotokoll aufwändigeren Untersuchungen in Ganganalyselabors überlegen und im Klinikalltag zur Ermittlung eines Sturzrisikos praktikabel. Durch eine individuelle Sturzrisikoanalyse können Risikobewohnern bereits etablierte Präventionsmöglichkeiten angeboten und so das persönliche Risiko zu stürzen gesenkt werden. Außerdem kann die Methode zur Prüfung der Effektivität von Programmen und Maßnahmen zur Sturzprävention oder von therapeutischen Ansätzen zur Verbesserung der Gangsicherheit eingesetzt werden.

Moticon's Summary

This study introduces a sensor-based protocol for assessing fall risk in geriatric residents. The protocol involves a one-week continuous measurement using Moticon gait analysis insoles in the resident's natural environment. The study aims to evaluate the protocol's ability to detect fall risk with a focus on practical application and remote measurement capabilities.

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